Dublin - here we come

Nach dem von der Corona-Pandemie geprägten Schuljahr 2020/21, in dem wir leider keine Mobilitäten durchführen konnten, ging es zur Freude aller Beteiligten im Herbst 2021 wieder los. Nachdem wir uns in Folge des Brexit schon 2019 auf die Suche nach einem neuen Kooperationspartner in Irland gemacht hatten, und mit dem Institut LXI Ireland ein kompetentes Institut gefunden hatten, konnten wir mit der AHK Irland einen weiteren Partner gewinnen. Wie bereits in Spanien und Frankreich praktiziert, wird auch von der AHK Irland der zertifizierte Kurs „Kaufmann International“ angeboten, einer dreiwöchigen beruflichen Auslandsfortbildung für Schülerinnen und Schüler der Fremdsprachenschulen sowie der Kaufmännischen Auszubildenden der Berufsschule.

So machte sich eine 20-köpfige Gruppe Ende Oktober auf den Weg nach Dublin, um dort an der Dublin-Business-School drei Wochen lang ihre Englischkenntnisse, v.a. im Bereich business-english zu verbessern in Kombination mit Einblicken in Irlands Wirtschaft. In dem durch Muttersprachler geleiteten Unterricht wurden Themen aufgegriffen wie Marketing, Management, Unternehmenskultur, Entrepreneurship, European & Irish Law sowie intercultural business. Die Schülerinnen und Schüler bekamen u.a. auch einen Einblick in Geschäftskommunikationsstrategien und mussten in Teams Präsentationen erstellen, mit denen sie eine selbst entwickeltes Produkt anwerben sollten. Ergänzt und bereichert wurde die Fortbildung durch Gastvorträge, die von Führungspersönlichkeiten gehalten wurden, die in Dubliner Unternehmen tätig sind (u.a. Google). Die Referenten berichteten sehr unterhaltsam und anschaulich aus ihrem betrieblichen Alltag und gaben Tipps zur Kontaktaufnahme und Vorbereitung eines Praktikums oder auch einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit in Irland. Den Abschluss der Fortbildung bildeten eine schriftliche und mündliche Prüfung, die Projektpräsentation sowie im Nachgang von zuhause aus die Erstellung eines Abschluss-Essays. Alle Teilnehmer konnten die Fortbildung erfolgreich abschließen und sich über das wohlverdiente Zertifikat freuen, das u.a. für zukünftige Bewerbungen durchaus hilfreich sein kann. Selbstverständlich ging es in den drei Wochen nicht nur um thematische Inhalte. Die Zeit wurde abgerundet durch Exkursionen sowie die kulturelle und gesellige Unternehmungen in und um Dublin. Die TN konnten dabei die bekannte irische Gastfreundschaft und Geselligkeit sowie die beeindruckende irische Natur hautnah erleben. Da aufgrund der Pandemie-Situation keine Unterbringung in Gastfamilien möglich war und die TN in einem Studentenwohnheim in Wohngruppen untergebracht waren, in denen Studenten aus vielen  Ländern anwesend waren, konnten unsere Schülerinnen und Schüler auch hier viele interkulturelle Erfahrungen machen und internationale Kontakte knüpfen.  

Nach diesem sehr erfolgreichen Neustart in die Auslandsfortbildungen und dem großen Interesse der Schülerinnen und Schüler, sind bereits für die kommenden Osterferien weitere Kurse in Irland und Spanien geplant.

Deutsch-Irische Industrie- und Handelskammer (AHK) als neuer Kooperationspartner gewonnen

Nachdem absehbar war, dass für Auslandsfortbildungen nach Großbritannien nach dem Brexit keine Fördergelder mehr über Erasmus+ bewilligt werden können, haben die Koordinatoren für Europäische Angelegenheiten, Georg Haydn und Alois Pecher sich frühzeitig nach Alternativen Ausschau gehalten und sind in Irland gleich mehrfach fündig geworden. Nachdem wir bereits im vergangenen Schuljahr mit dem Bildungsinstitut LXI (Language Xchange Ireland) einen neuen Partner im Großraum Kilkenny gewinnen konnten, dessen Schwerpunkte im Bereich „Business English“ sowie Arbeitspraktika in regionalen Betrieben liegt, wurde in diesem Schuljahr, ähnliche wie bereits seit vielen Jahren in Frankreich und Spanien nun auch in Irland eine Kooperation mit der dortigen Außenhandelskammer in die Wege geleitet. Corona bedingt gab es bisher nur telefonische Kontakte und Video-Meetings, ein erstes Treffen in Dublin ist jedoch bereits geplant, ebenso eine erste Auslandsfortbildung für Schüler der Berufsfachschule für Fremdsprachen.

De Madrid al Cielo

Der Hauptstadt Spaniens wird nachgesagt, dass nach einem Besuch dort nur der Himmel schöner sein kann - wir waren sehr gespannt.

Mitte Oktober 2021 ging es los, trotz Einschränkungen aufgrund der Pandemie-Situation und entgegen vieler zurückhaltender Stimmen. Die Belohnung ließ nicht lange auf sich warten, denn alleine die Vorfreude war schon toll. Nach einem etwa 2-stündigen Flug erreichten wir unseren Zielort, wo es zunächst einmal hieß, von den Lehrern und Mitschülern Abschied zu nehmen, denn es ging per Taxi in die jeweiligen Gastfamilien. Wir alle hatten großes Herzklopfen, als wir an den fremden Haustüren klingelten, ohne genau zu wissen, wer und was uns erwartete. Unsere Angst erwies sich jedoch als vollkommen unbegründet, da wir von den spanischen Gastfamilien mit offenen Armen empfangen wurden und wir uns auch in den kommenden Wochen ihrer Unterstützung sicher sein konnten. Sobald wir uns in unserem Zuhause auf Zeit eingerichtet hatten ging es los auf eine erste Erkundungstour in den „Parque del Retiro“. Dieser große und sehr gepflegte Park, der sich im Herzen Madrids befindet, hat uns vom ersten Moment an begeistert, sodass wir während der Fortbildungszeit öfter dorthin zurückkehrten.

Am nächsten Morgen war es dann so weit. Wir machten uns zu Fuß auf den Weg zur Schule. Im Klassenzimmer angekommen, wurden wir von Schulleiter Alexander Bell in Empfang genommen, der uns den Ablauf sowie die Lerninhalte der folgenden drei Wochen erklärte.

Auf dem Stundenplan standen u.a. Español de los Negocios, Aspectos Culturales, Comunicación, Correspondencía Empresarial sowie Márketing Internacional.

So konnten wir uns im Verlauf der Fortbildung viel Wissen und Kompetenzen aneignen, die uns sowohl nach unserem Abschluss als auch für unsere Prüfungen an der Fremdsprachenschule in Weiden sicher hilfreich sein werden. Zum Beispiel im Fach „Correspondencía Empresarial“, in dem wir neue Ausdrücke erlernten, die uns das Schreiben der spanischen Geschäftsbriefe in unserem Prüfungsfach „KORS“ erleichtern. Des Weiteren hatten wir im Fach „Español de los Negocios“ die Möglichkeit, unsere Grammatikkenntnisse auszubauen und bereits Gelerntes zu wiederholen. Am kontroversesten waren jedoch die Stunden „Márketing Internacional“, in denen es zu teils hitzigen Diskussionen kam, zum Beispiel im Zusammenhang mit unterschiedlichen Werbestrategien in Deutschland, Spanien sowie anderen europäischen Ländern.

Die Dozenten schafften es während der drei Wochen immer wieder, uns zu motivieren, unsere Komfortzone zu verlassen. Unter anderem durch zahlreiche in Eigenregie erstellte Kurzpräsentationen vor der Klasse, die nebenbei eine ideale Vorbereitung auf die Prüfung am Ende des Kurses darstellten. In einem Kurzprojekt durften wir eine Gruppe spanischer Erzieherinnen treffen. Diese lernen seit einigen Monaten Deutsch, um später im deutschsprachigen Raum arbeiten zu können. Unser Austausch mit ihnen verlief so gut, dass wir uns schnell dazu entschlossen, zusammen ein Picknick zu veranstalten, bei dem wir mehr über die jeweils andere Kultur in Erfahrung bringen konnten. Wir haben uns jedenfalls auf Anhieb gut verstanden und wer weiß, vielleicht ergibt sich irgendwann die Möglichkeit ein weiteres Treffen zu organisieren.

Selbstverständlich kam auch das Programm neben dem Unterricht nicht zu kurz. So lernten wir die Stadt mit all ihren wunderbaren Sehenswürdigkeiten intensiv kennen. Wir besuchten den Königspalast und den nicht weit davon entfernten „Templo de Debod“, von dem aus man einen atemberaubenden Ausblick über die Millionenmetropole genießen konnte und an dem sich vor allem bei Sonnenuntergang viele Menschen versammelten, um die romantische Sonnenuntergangs-Szenerie an diesem antiken ägyptischen Bauwerk zu genießen. Auch im kulinarischen Bereich hat Madrid einiges zu bieten. So hatten wir nicht nur die Gelegenheit, am Plaza Major eine typisch spanische Paella zu probieren, sondern kamen auch in den Genuss von frischen „Chocolate con Churros“ im traditionsreichen Lokal „San Ginés“.

Originalgemälde von Picasso und Dalí konnten wir im „Museo de Reína Sofia“ bestaunen. Weitere nennenswerte Museen waren das „Prado“ und das „Thyssen“. Besonders angetan hat es uns auch der „Rastro“, der immer an Sonn- und Feiertagen im Stadtteil „La Latina“ stattfindet. Dieser außergewöhnliche Flohmarkt erstreckt sich über viele kleine, verwinkelte Gassen und hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Egal was man sucht, ob Bücher, Schmuck oder antike Möbelstücke, hier wird man ganz bestimmt fündig. Eine unbedingt zu empfehlende Art und Weise, seinen Sonntagvormittag zu verbringen.

Zu einem Wochenend-Tagesausflug ging es nach Toledo. Zusammen mit unserer spanischen Touristenführerin Patricia machten wir die engen Gassen der ehemaligen Hauptstadt unsicher und ließen uns die Laune auch nicht durch das regnerische Wetter verderben.

Alles in allem hatten wir eine wunderschöne Zeit Madrid. Die Spanier waren derart gastfreundlich, dass wir uns sofort wie zuhause fühlten. Leider waren die drei Wochen viel zu schnell zu Ende. Nach den erfolgreich bestandenen Abschlussprüfungen, der Übergabe der Zertifikate und einer herzlichen Verabschiedung am IFC hieß es Koffer packen und wir mussten die Rückreise antreten, vollgepackt mit einer Menge neuer Eindrücke, neuen Erfahrungen, Fähigkeiten und Wissen sowie dem Wunsch, irgendwann erneut nach Madrid oder in eine andere europäische Stadt zu reisen. Auch ein längerfristiger beruflicher Auslandsaufenthalt oder ein Studium sind durchaus denkbare Optionen geworden.

Muchos saludos de los entusiastas participantes

IFC Madrid bleibt als wichtiger Partner erhalten

Spanien, und verstärkt auch Madrid ist während der Corona-Pandemie nicht selten in den europaweiten Schlagzeilen gestanden aufgrund der drastischen Einschränkungen, die angesichts hoher Corona-Zahlen von der spanischen Regierung angeordnet wurden. Davon in Mitleidenschaft gezogen wurde auch unsere spanische Partnerorganisation, das International Formation Center in Madrid mit unserem Kollegen Alexander Bell an der Spitze, der das Unternehmen zusammen mit seinem Geschäftspartner Javier Gómez Moreno jedoch gut durch die Krise manövrieren konnte. So wurde das Angebot an Onlinekursen stark ausgebaut und in die dafür nötige Infrastruktur investiert. Lohn dieser Mühen ist die Tatsache, dass das IFC relativ gut durch die Krise gekommen ist und damit für uns ein wertvoller und langjähriger treuer Partner hoffentlich noch lange Zeit erhalten bleibt. Wenn die Pandemie-Situation es zulässt, soll bereits im Herbst 2021 wieder eine Schülergruppe nach Madrid geschickt werden.

Im Bild zu sehen (v.l.): Georg Haydn (Erasmus+ Koordinator des BSZ WEN), Alexander Bell (Leiter IFC Madrid), Paula Klöden (Koordinatorin Erasmus+ am IFC)

Neue Ansprechpartner bei AHK Paris

Die Abteilung „Aus- und Weiterbildung“ unseres langjährigen Partners, der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer in Paris, steht unter neuer Leitung. Frau Margarete Riegler-Poyet (Bild Mitte), die diese Stelle über viele Jahre hinweg innehatte und u. a. auch Initiatorin des Fortbildungsangebotes war, ist in den Ruhestand gegangen. Ihre Nachfolgerin ist Frau Olga Hein. Das letzte persönliche Treffen mit Frau Riegler-Poyet fand coronabedingt 2019 in Paris statt, als Alois Pecher und Georg Haydn zu Besuch beim Deutsch-Französischen Berufsbildungstag waren. Wir wünschen Frau Riegler-Poyet an dieser Stelle alles Gute für die Zeit im Ruhestand und freuen uns auf ein Wiedersehen, möglicherweise bei nächsten Berufsbildungstag in Paris oder auch bei uns in Weiden.

Planung - Hoffnung - Absage - Corona legt Mobilitäten auf Eis

Seit über einem Jahr werden die Geduld und die Hoffnungen der Koordinatoren und Schüler auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Einerseits keimte zwischendurch immer wieder Hoffnung auf, doch noch die ein oder andere Aktivität umsetzen zu können, immer jedoch wurde diese Hoffnung durch eine weitere Corona-Welle über ganz Europa hinweg zerstört. Die letzte Auslandsfortbildung liegt mittlerweile schon fast zwei Jahre zurück. Im Herbst 2019 war eine Schülergruppe für 3 Wochen am IFC in Madrid. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 sind wir mit vollem Elan in den Sommer 2020 gegangen in der Hoffnung, dass langsam wieder ein Stück weit Normalität einkehren würde. Die Entwicklung der Inzidenzen hatten dazu durchaus Anlass gegeben. Aber es kam leider alles anders… . Bereits im Spätsommer mussten Veranstaltungen und Fortbildungen verschoben werden, da immer mehr Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt ausgesprochen wurden. Eine umsichtige Planung, auch bedingt durch die Erfahrung des Frühjahr 2020 ist daher momentan das A und O. Bedingungen für Umbuchungen oder Stornierungen müssen berücksichtigt werden, damit es zu keinen finanziellen Einbußen kommt. Damit bereits bewilligte Aufenthalte und die damit verbundenen Zuschüsse noch abgerufen werden können, haben wir bei der Nationalen Agentur eine Verlängerung der Durchführungszeiträume beantragt und diese wurde auch genehmigt. Eine weitere Verlängerung wird jedoch nicht möglich sein und es könnte, je nach europaweiter Entwicklung passieren, dass bereits bewilligte Gelder zurückgezahlt werden müssen und bereits bewilligte Anträge damit nicht voll ausgeschöpft werden können.

Doch trotz aller Einschränkungen und Absagen hatten wir auch in diesem Schuljahr intensiven Kontakt zu unseren Europäischen Partnern und hielten Ausschau nach weiteren Möglichkeiten, unsere Profil als international ausgerichtetes Berufliches Schulzentrum weiter zu schärfen.

ERASMUS+ im Schuljahr 2019/20 „Nichts ist so beständig wie der Wandel“

Mit dem Schuljahr 2019/20 enden für Alois Pecher, den bisherigen Koordinator für europäische Projekte, 12 Jahre Netzwerkbildung für Fortbildungen und Praktika im Zusammenhang mit Erasmus+-Projekten (früher Leonardo da Vinci bzw. Comenius). Mit unserem Kollegen Georg Haydn konnte ein neuer Koordinator gefunden werden. So soll auch in den kommenden Jahren die sprachliche, berufliche und interkulturelle Entwicklung junger Menschen an unserem Beruflichen Schulzentrum durch Aufenthalte in Europäischen Nachbarländern gefördert werden.

Discover Ireland

Angesichts des Brexit sind wir gezwungen, uns nach Alternativen im englischsprachigen Raum umzusehen. Bereits Ende des Schuljahres 2018/19 reisten Herr Haydn und Herr Pecher zu einem ersten vorbereitenden Besuch nach Irland. Dabei wurden mehrere mögliche Partnereinrichtungen besucht, das Umfeld erkundet und die irische Gastfreundschaft genossen. Nach vielen Gesprächen in den einzelnen Einrichtungen fiel die Wahl auf das Bildungsinstitut LXI (Language Xchange Ireland), das in der Grafschaft Kilkenny ansässig ist. An mehreren Standorten im Südosten Irlands bietet das sehr gut strukturierte und mehrfach zertifizierte Institut Gruppen und einzelnen Schüler*innen und Student*innen die Möglichkeit, ihr "Business English" durch mehrstufige Kurse und Programme zu verbessern. Einen Schwerpunkt bilden dabei Arbeitspraktika in regionalen Betrieben. Vor allem für Lernende, die in der internationalen Geschäftswelt bestehen wollen, erscheint uns LXI mit seinem Programm sehr geeignet. Daher wurde ein erster Austausch für das Frühjahr 2020 organisiert. Schüler*innen der Berufsfachschule für Fremdsprachen waren bereits mehrere Monate im Voraus damit beschäftigt, den von LXI angebotenen Online-Vorbereitungskurs zu durchlaufen, um dann optimal vorbeireitet drei Wochen u.a. in einem irischen Betrieb ein Praktikum zu absolvieren. Umso ärgerlicher war es für die alle Beteiligten, dass die Mobilität aufgrund der Corona-Problematik abgesagt werden musste. Trotz allem konnten die Teilnehmer*innen zumindest vom Online-Kurs profitieren und die Teilnahme wurde durch LXI mit einem Zertifikat belohnt.