ERASMUS+ im Schuljahr 2019/20 „Nichts ist so beständig wie der Wandel“

Mit dem Schuljahr 2019/20 enden für Alois Pecher, den bisherigen Koordinator für europäische Projekte, 12 Jahre Netzwerkbildung für Fortbildungen und Praktika im Zusammenhang mit Erasmus+-Projekten (früher Leonardo da Vinci bzw. Comenius). Mit unserem Kollegen Georg Haydn konnte ein neuer Koordinator gefunden werden. So soll auch in den kommenden Jahren die sprachliche, berufliche und interkulturelle Entwicklung junger Menschen an unserem Beruflichen Schulzentrum durch Aufenthalte in Europäischen Nachbarländern gefördert werden.

Discover Ireland

Angesichts des Brexit sind wir gezwungen, uns nach Alternativen im englischsprachigen Raum umzusehen. Bereits Ende des Schuljahres 2018/19 reisten Herr Haydn und Herr Pecher zu einem ersten vorbereitenden Besuch nach Irland. Dabei wurden mehrere mögliche Partnereinrichtungen besucht, das Umfeld erkundet und die irische Gastfreundschaft genossen. Nach vielen Gesprächen in den einzelnen Einrichtungen fiel die Wahl auf das Bildungsinstitut LXI (Language Xchange Ireland), das in der Grafschaft Kilkenny ansässig ist. An mehreren Standorten im Südosten Irlands bietet das sehr gut strukturierte und mehrfach zertifizierte Institut Gruppen und einzelnen Schüler*innen und Student*innen die Möglichkeit, ihr "Business English" durch mehrstufige Kurse und Programme zu verbessern. Einen Schwerpunkt bilden dabei Arbeitspraktika in regionalen Betrieben. Vor allem für Lernende, die in der internationalen Geschäftswelt bestehen wollen, erscheint uns LXI mit seinem Programm sehr geeignet. Daher wurde ein erster Austausch für das Frühjahr 2020 organisiert. Schüler*innen der Berufsfachschule für Fremdsprachen waren bereits mehrere Monate im Voraus damit beschäftigt, den von LXI angebotenen Online-Vorbereitungskurs zu durchlaufen, um dann optimal vorbeireitet drei Wochen u.a. in einem irischen Betrieb ein Praktikum zu absolvieren. Umso ärgerlicher war es für die alle Beteiligten, dass die Mobilität aufgrund der Corona-Problematik abgesagt werden musste. Trotz allem konnten die Teilnehmer*innen zumindest vom Online-Kurs profitieren und die Teilnahme wurde durch LXI mit einem Zertifikat belohnt.

Madrid - Deutsch-Spanische Außenhandelskammer (AHK) Schülerfortbildung

Nach spanischsprachlichen Bildungsaufenthalten in Guadix und Granada zwischen 2011 und 2017 konzentriert sich unser Schwerpunkt seit 2015 auf Madrid. Im Oktober 2019 machten sich zum fünften Mal Schüler der Fremdsprachenschulen auf den Weg dorthin, um im „International Formation Center“ (IFC), einer Bildungseinrichtung der Deutsch-Spanischen Außenhandelskammer (AHK), drei Wochen lang ihre fachlichen und sprachlichen Kompetenzen zu erweitern. Ihnen schlossen sich drei Schülerinnen des BSZ Wiesau und sechs Teilnehmer der Inlingua Sprachenschule Ingolstadt an. Der Kurs fand vom 11. Oktober bis 1. November 2019 statt.

Wie bereits in den Vorjahren wurden die Teilnehmer von IFC-Leiter Alexander Bell empfangen und zunächst über das Kursprogramm und kulturelle Eigenheiten des Gastlandes informiert.

Das IFC in Madrid hat sich vor allem auf die Aus- und Weiterbildung im dualen System spezialisiert. Zielgruppen sind neben Interessenten privater Bildungsabschlüsse (Bachelor, Master, Fortbildungsmodule vor allem im Bereich Wirtschaft) auch berufliche Schulen sowie Berufsfachschulen und Fachakademien mit einschlägiger Ausrichtung. Es werden Fortbildungsprogramme für Schüler und Auszubildende sowie für Lehrer und Ausbilder angeboten. Neben berufsbezogenen Sprach- und Sprechfertigkeiten stehen die spanische Wirtschaftsstruktur und Verhandlungskultur im Mittelpunkt.

Die Fortbildungskurse am „International Formation Center“ sind uns um so wichtiger, da für diese Ausbildungsbereiche nur wenige adäquate Fortbildungsmaßnahmen angeboten werden. Denn neben einer gemeinsamen Fremdsprache wird vor allem die interkulturelle Kompetenz bei wirtschaftlichen Handlungsabläufen immer wichtiger. Besonders die Schüler unserer Fremdsprachenschulen müssen sich mit internationalen Partnern aus Wirtschaft und Kultur auseinandersetzen und sind auf Kenntnisse über Gepflogenheiten bei spanischsprachigen Verhandlungen angewiesen.

Direktor Alexander Bell koordinierte, wie gewohnt zu allgemeiner Zufriedenheit, die inhaltlich-thematischen Teile der Fortbildung mit kulturellen Exkursionen. Mit Fortbildungszertifikaten sowie vielen neuen Eindrücken kehrten die Schüler mit dem festen Vorsatz in ihre Heimat zurück, Madrid bald wieder zu besuchen.